1) Begrüßung

Das wird das erste sein, was einem auffällt. In Spanien begrüßen sich die Menschen mit „Besitos“ (Küsschen). Für Neulinge kann das unangenehm und seltsam sein, aber man wird sich daran gewöhnen. Dabei berührt man lediglich seine rechte, und dann seine linke Wange mit der des Gegenübers. Man gibt der Person keinen Kuss, sondern berührt nur die Wangen, während man das Kussgeräusch macht. Das klingt komisch, ist aber ganz natürlich. Frauen und Männer geben Besitos, Frauen geben Frauen Besitos, aber Männer geben anderen Männern im Allgemeinen keine Besitos (es sei denn, es handelt sich um Familienmitglieder oder gute Freunde). Normalerweise schütteln sie sich die Hände und/oder klopfen sich auf die Schulter (manchmal eine halbe Umarmung). Jüngere Kinder geben manchmal nur einen Besito, um einfach mit dem Strom zu schwimmen.
Es wird erwartet, dass man andere auf diese Weise begrüßt, und zwar nicht nur beim ersten Mal, sondern auch bei jedem anderen Treffen mit ihnen.

Für viele Menschen mag das Schenken von Besitos eher wie eine romantische Geste als eine Begrüßung erscheinen, aber nach einer gewissen Zeit wird es sich ganz natürlich anfühlen. Man sollte sich einfach mitreißen lassen! Das ist weniger peinlich, als wenn man seinen Gegenüber drei Minuten lang anstarrt und überlegt, ob man Besitos geben sollte oder nicht.

2) Essenszeitplan

Wenn man sich auf eine Kulturreise und Gruppenreisen nach Deutschland einlässt, sollte man davon ausgehen, dass praktisch jede Mahlzeit in Spanien völlig anders ist als in Deutschland.

Das Frühstück findet kurz nach dem Aufwachen statt und besteht im Allgemeinen aus Kaffee und Toast. Die Frühstückszeit hängt davon ab, wann man aufwacht, im Allgemeinen zwischen acht und zehn Uhr.

Beim Mittagessen wird es dann schon schwieriger. Die Spanier essen erst gegen 15 Uhr zu Mittag. Das kann die schwierigste Mahlzeit sein, an die man sich gewöhnen muss, denn die Spanier frühstücken so wenig, dass es sich anfühlt, als würde man verhungern, wenn man bis drei Uhr nachmittags wartet. Aber die gute Nachricht ist, dass das Mittagessen die wichtigste Mahlzeit ist!

Zwischen dem Mittag- und dem Abendessen kann man einen Snack zu sich nehmen. Normalerweise sind es die Kinder, die regelmäßig eine Zwischenmahlzeit zu sich nehmen, aber man kann sich auch ein Sandwich oder etwas Obst nehmen, wenn man das Gefühl hat, dass man es nicht bis zum Abendessen schafft.

Apropos Abendessen: Es wird erwartet, dass man um zehn, 10:30 Uhr oder später isst. Das ist die übliche Zeit für Einheimische, aber da die Touristen in spanischen Hotels wohnen, versuchen diese, das Abendessen etwas früher zuzubereiten, um die kulturelle Anpassung zu erleichtern. Nicht nur die Essenszeiten sind anders, auch das Essen ist ein weiterer kultureller Unterschied.

3) Siesta

Die Siesta ist ein wesentlicher Bestandteil des spanischen Lebensstils. Die Siesta wird nach dem Mittagessen gehalten (etwa zwischen fünf und 17:30 Uhr nachtmittags). Wörtlich übersetzt bedeutet sie „Nickerchen“, aber sie besteht aus mehr als nur Schlaf. Dies ist die Zeit, in der man sich entspannt und ausruht, um den Tag zu beenden. Viele Menschen gehen nach Hause, um ihre Familien zu besuchen, fernzusehen oder mit Freunden etwas trinken zu gehen. Einige Geschäfte werden während der Siesta geschlossen, aber später am Abend wieder geöffnet. Das ist ganz normal.

Das Einzige, was man dabei beachten sollte, ist, dass man die Siesta anderer respektiert.

Foto: © Von Argus@adobe.com

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