Politiker oder Konzernchefs müssen rhetorisch geübt sein und durch ihre Reden das Interesse ihrer Zuhörer wecken. Doch auch in weniger herausragenden Positionen kommt es immer häufiger auf überzeugende Vorträge an. Ob Lehrer oder Mitarbeiter in leitender Funktion – sie alle werden früher oder später damit konfrontiert, vor ihren Angestellten und Schülern mehr oder weniger mitreißende Reden zu schwingen. Erfolgreiches Vortagen kann mithilfe eines gezielten Rhetoriktrainings erlernt werden.

Angeborenes Talent oder gutes Training?

Oft scheinen gute Redner über eine natürliche Begabung für charismatische Reden zu verfügen. Doch in den seltensten Fällen handelt es sich bei diesen Personen tatsächlich um Naturtalente.

Frei zu sprechen bedeutet, die Angst vor der öffentlichen Rede zu überwinden, Glaubwürdigkeit auszustrahlen und die eigene Ausdrucksfähigkeit zu steigern. Besonders wichtig ist es für Vorgesetzte, über diese Qualifikationen zu verfügen. Denn wer innerhalb einer Führungsstruktur „das Sagen hat“, sollte sich auch dementsprechend ausdrücken können. Es gehört nur wenig Übung dazu, um rhetorischen Fähigkeiten entscheidend zu verbessern.

Richtig Reden: Die besten Tipps für gute Rhetorik

Rhetoriktraining kann auf vielerlei Arten stattfinden. Manche bevorzugen Rhetorikseminare, andere wenden sich an Online-Coaches. Das vermittelte Wissen unterscheidet sich dabei kaum. Die besten Tipps für gute Rhetorik umfassen die folgenden Bereiche:

1. Gezielte Vorbereitung auf eine Präsentation

Wenn der Anlass und das Ziel eines Vortrages klar definiert sind, sollte sich der Redner in die Lage der Zuhörer versetzen. Was muss ihnen vermittelt werden, um sie von Thema und Ausrichtung des Vortrags zu überzeugen? Welche Erwartungen bringt das Publikum mit, die vielleicht berücksichtigt oder behutsam mittels Rhetorik in andere Bahnen gelenkt werden können? Hier sollte man darauf achten, sich die wichtigsten Punkte zu notieren, um in der Einleitungsphase durch einen roten Faden zu überzeugen.

2. Auf die ersten Worte kommt es an

Um sogleich die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu gewinnen, sollte der Anfang des Vortrags „sitzen“. Hier entscheidet sich bereits, ob und wie weit ein Publikum den Gedankengängen des Redners zu folgen bereit ist. Bevor die ersten Worte geäußert werden, verschafft sich der erfahrene Redner dadurch Respekt, dass er einige Sekunden lang inne hält und schweigt. Wenn das letzte Hüsteln verstummt ist, hat es sich bewährt, den Vortrag mit einer kleinen Anekdote zu eröffnen, die die Aufmerksamkeit fesselt.

3. Sprache nach Anlass wählen

Bei der Planung eines Vortrags ist es wichtig, sich bei der Auswahl der Sprache an die Gegebenheiten des Publikums anzupassen. Geübte Rhetoriker können beispielsweise sehr leicht Fachsprache in Laiensprache mithilfe von Beispielen aus dem Alltag übersetzen. Auf diese Weise profitieren auch fachlich nicht ausgebildete Zuhörer von wichtigen Erkenntnissen aus wirtschaftlichen oder wissenschaftlichen Bereichen.

4. Inhalt und Körpersprache aufeinander abstimmen

Das nonverbale Verhalten des Redners ist genauso wichtig wie der Inhalt der Rede. Gesten, Körperspannung, aber auch die Blickrichtung tragen entscheidend dazu bei, wie ein Zuhörer auf den Vortrag reagiert. Glaubwürdigkeit gewinnt man nicht durch den gesenkten Blick oder linkische Gesten. Eine gerade Körperhaltung, fester Blickkontakt mit wechselnden Zuhörern und eine deutliche Intonation vermitteln hingegen Kompetenz und Führungsstärke.

5. Üben

Eine perfekte Rede will einstudiert sein. Daher empfiehlt es sich, Probereden zu halten, diese aufzuzeichnen und mit Coaches oder auch Familienmitgliedern Punkt für Punkt zu besprechen und zu überarbeiten. Das schafft die Art von Sicherheit, die es später ermöglicht, frei zu sprechen und unter Umständen spontan Neues in den Vortrag einfließen zu lassen.

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